In den Marken nahe der wunderschönen Adria etwas hinter der historischen Stadt Senigallia findet ihr Monterado, das Zentrum der Terre di Frattula.

Die „ TERRE DI FRATTULA“ befinden sich auf der rechten Uferseite des Cesano-Tals. Die etymologische Herkunft des Wortes "frattula" ist das lateinische Verb "frangere", was brechen, branden heisst . Daraus folgte „fratta“, übersetzt Dickicht, auch „frazione“, übersetzt Vorort oder Teilstrecke. Es kann auch Hecke oder Hindernis bedeuten; also etwas, was die Wegfortsetzung mit abgebrochenen Schilfrohren oder anderen Gebüschen verhindert. Diese morphologischen Charakterzüge sind heute nur noch vereinzelt zu sehen, z.B. zwischen Monterado und Bruciata.

Fast per Zufall hat ein Ortshistoriker die Herkunft der „ TERRE DI FRATTULA“ entdeckt. Mit einer historischen Forschungsstudie über die Gebietsansprüche des Bistums von Senigallien beschäftigt, bemerkte er in einem Pergament aus dem XI-XII. Jahrhundert, dass die Notare von Kaisern, Päpsten, aber auch Bauern ihre Schenkungen, Kauf- und Mietverträge von Landstücken im mittleren und unteren Cesano-Tal - „Frattula“ benannt - registrierten.

Die weitere Untersuchung ergab, dass die reichen Grossgrundbesitzer wegen der Barbaren-Invasion im Mittelalter befürchten mussten, ihre gesamten Ländereien zu verlieren, weshalb sie diese "frattule" dem Kloster von Fonte Avellano schenkten. Die Mönche ihrerseits übergaben die Grundstücke an Bauern und Taglöhner weiter.

Nach historisch dunklen und stürmischen Zeiten unter der Herrschaft von Staat, Kirche und Adel, ging das Eigentum an den Ländereien schliesslich wieder an die Bauern zurück.

Der Anbau von Weizen, die Bepflanzung von Rebbergen, Eichen- und Olivenhainen, sowie die Viehzucht und Schweinehaltung (Salami von Frattula) brachte eine Erneuerung in der Führung der Landwirtschaft.

Die Produkte „ TERRE DI FRATTULA“ garantieren seither eine gesunde und natürliche Herstellungsweise, eine Verarbeitung nach traditioneller Art, aber gleichzeitig mit höchsten Ansprüchen auf Erhaltung des Gleichgewichtes der Natur.

Monterado ist in diesem Zusammenhang geschichtlich wie kulturell sehr interessant: Von der Abhängigkeit des Klosters Fonte Avellano zum Fürstentum von Urbino bis hin zur Vereinigung Italiens und der deutschen Besetzung im zweiten Weltkrieg.

Im Jahr 1962 wurden bei einer Ausgrabung Überreste einer grossen und uralten Behausung mit drei Grabstätten und Skeletten gefunden, die dem mittleren neolithischen Zeitalter zugeordnet werden. Der reiche Schatz befindet sich heute im Nationalmuseum von Ancona. Die Grundstücke tragen Spuren von Picenern, Galliern und Römern. Verschiedene Dokumente sind Zeugen vom Durchgang von Völkern wie Bulgaren und Slawen.

Sehr beeindruckend und deshalb zu besichtigen ist der neoklassische Bau "Palazzo Cinciari" mit seinem gefälligen Garten nach italienischer Gartenarchitektur angepflanzt, und die Pfarrkirche "San Giacomo Maggiore" mit ihrer ungewöhnlichen, nach Westen gerichteten Apsis.

Die „ TERRE DI FRATTULA“ sind reich an interessanten historischen Orten, die es sich lohnt, zu besuchen und mit der typischen natürlichen Kochkunst und einem guten Glas Wein voll und ganz zu geniessen.